Archiv nach Kategorien: Politik

Valdai-Club 2017: Putins gesamte Rede in deutschem Wortlaut

Mit mahnenden Worten richtete sich Vladimir Putin am 19. Oktober 2017 an die Akteure der Weltpolitik und forderte diese auf, die Warnsignale der derzeitigen Entwicklung zu hören. Der Vormachtsanspruch der USA, so Putin, passt nicht mehr in die moderne Welt. Auch mit der Europäischen Union ging er hart ins Gericht. Im Mainstream wurde diese Rede wiederum vollkommen ignoriert.

 

Die Rede als Text:

Vielen Dank. Ich bin mir nicht sicher wie optimistisch mein Vortrag klingen wird, aber ich weiß, dass Sie in den letzten Tagen sehr lebhafte Diskussionen geführt haben. Ich werde versuchen, wie es mittlerweile üblich geworden ist, Ihnen zu sagen was ich über einige Themen denke. Nehmen Sie es bitte nicht übel, wenn ich etwas sage, was bereits gesagt wurde, da ich nicht alle Diskussionen verfolgt habe.

Zunächst möchte ich Herrn Karzai, Herrn Ma, Hernn Tojem unsere Kollegen und alle unsere Freunde willkommen heißen. Ich kann viele bekannte Gesichter im Publikum sehen. Willkommen zum Valdai Club Treffen. Traditionell geht es in diesem Forum darum, die dringlichen weltpolitischen und wirtschaftlichen Fragen zu diskutieren.

Diesmal haben die Organisationen, wie bereits erwähnt, eine ziemlich schwierige Herausforderung für die Teilnehmer in  Angriff genommen, nämlich über den Horizont hinauszublicken und darüber nachzudenken, wie die kommenden Jahrzehnte für Russland und die internationale Gemeinschaft aussehen könnten. Natürlich ist es unmöglich, alles vorherzusehen und alle Chancen und Risiken, denen wir gegenüberstehen zu berücksichtigen. Weiterlesen »

Mein Orban Erlebnis anno 2009

Ich kann hier eine nette Geschichte über Orban zum Besten geben, die mir 2009 höchstselbst widerfahren ist.

Ich hatte den Auftrag, aus der schönen Hofburg in Wien zu berichten. Dort lud unser ehem. Finanzminister Pröll zum großen Meeting – das Who-is-Who der Finanzindustrie jener Tage war erschienen, Ackermann, Soros etc. Worum gings? Man debattierte, wie man sich gut koordinieren könne, um etwaige Regulierungen, die im Zuge der Krise von 2008 von der Politik geplant werden, zu verhindern oder zu umgehen. Das Event wurde natürlich vom österreichischen Steuerzahler – vulgo mir – gesponsert. Entsprechend gut gelaunt stand ich – der Steuerzahler – also da und dokumentierte das Bankstertreffen für den schönen TV-Sender Bloomberg.

Dann kam das Galadiner und die feinen Herrschaften wetzten ihre Ärsche auf barocken Goldsesselchen, wurden mit einem 5-gängigen Menu – auf meine Kosten – bedacht und man sprach die eine oder andere launige Tischrede. Dann war ein Mann am Wort, der mir bis dahin unbekannt war. Er erhob sich und meinte sinngemäß „Diesmal schafft ihr es vielleicht noch einmal, sollte ich aber bald Premierminister in meinem Land werden, dann werde ich andere Saiten aufziehen und euch Parasiten aus dem Land schmeißen.“ – es war eine richtig direkte und harte Rede.

Die Stimmung auf den Goldsesselchen war im Eimer, das Diner wurde zum letzten Abendmahl. Ich fragte, wer denn, gleich einem Hagen von Tronje, die Party an König Prölls Hof so elegant verdorben hätte. Es war der schlimme Victor, der Sieger der Wahlen in Ungarn. Von da ab war mir klar, warum er den IWF vor die Tür setzte, die Fremdwährungskredite zwangskonvertierte und auch sonst seinen Weg ging. Medien und ÖVP schrien damals auf, als ob er kleine Kinder fressen würde. Die Journaille und die „Experten“ prophezeiten angesichts seiner widerborstigen Regentschaft den wirtschaftlichen Untergang des Landes.

Ich beobachte seither die Entwicklung des Forint um Vergleich zum Euro – er bleibt relativ konstant. Auch sonst – Business as Usual – ohne IWF. Ohne Raiffeisen. Ohne Refutschen. Tja.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=428616

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Woher kommt Rassismus

„Wenn eine Gemeinschaft nicht akzeptiert wird, kommt das davon, weil sie keine guten Ergebnisse bringt, ansonsten wird sie ohne Probleme akzeptiert. Wenn sie sich über Rassismus beschwert, ist das, weil sie Saustall und Aufruhr bringt. Wenn sie nur Gutes bringt, wird sie mit offenen Armen empfangen. Es geht aber nicht, daß sie zu uns kommen, um uns ihre Sitten aufzuzwingen.“
Charles de Gaulle

Quellen:
”Si une communauté n’est pas acceptée, c’est parce qu’elle ne donne pas de bons produits, sinon elle est admise sans problème. Si elle se plaint de racisme à son égard, c’est parce qu’elle est porteuse de désordre. Quant elle ne fournit que du bien, tout le monde lui ouvre les bras. Mais il ne faut pas qu’elle vienne chez nous pour imposer ses moeurs, (Charles De Gaulle, propos rapportés par Philippe De Gaulle dans “De Gaulle mon père”. Plon 2003, tome 1 page 433).

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