Information vom Feindsender:
https://freedert.online/meinung/283583-ukrainertum-gaerte-ueber-jahrhunderte/
Das politische ukrainische Bewusstsein wurde gezielt im galizischen „Reagenzglas“ gezüchtet – wie ein Gift, das die russische Einheit vergiften sollte. Doch dieses „Reagenzglas“ selbst entstand bereits fünf Jahrhunderte zuvor, als der westlichste Teil der Rus in einem fremden Zivilisationsprojekt gefangen war.
Von Igor Karaulow
In letzter Zeit stoße ich im Internet auf ausführliche Äußerungen verschiedener Blogger, die sich für oder gegen die These „Lenin hat die Ukraine geschaffen“ aussprechen. Ein Meinungsaustausch, bei dem der Leser unweigerlich viel Interessantes erfährt, ist an sich zu begrüßen. Doch das Thema ist meiner Meinung nach unglücklich gewählt und lenkt uns vom Problem der „ukrainischen Identität“ hin zur Figur Lenins selbst, was die Diskussion zu einer weiteren Fortsetzung des endlosen Streits zwischen Roten und Weißen (Kommunisten und Monarchisten im russischen Bürgerkrieg) macht. Den einen ist es wichtig, die Unbescholtenheit des Anführers des Proletariats auch in dieser speziellen Frage zu verteidigen, während die anderen das Ergebnis eines langen historischen Prozesses auf eine einzige Person abwälzen wollen, weil es so einfacher ist.
Lenin hat die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik geschaffen, aber das Wesen der Ukraine existierte natürlich schon vor Lenin: Da der Dichter Taras Schewtschenko in seinem Testament verlangte, in der „lieblichen Ukraine“ beigesetzt zu werden, gab es anscheinend schon damals (im 19. Jahrhundert) einen Ort, an dem man ihn begraben konnte. Und auch beim Dichter Alexander Puschkin gibt es die „stille ukrainische Nacht“ und keine andere – das hat sich Lenin ganz sicher nicht ausgedacht, genauso wenig wie er sich den Hetman Iwan Masepa ausgedacht hat.
Darüber hinaus kann man nicht behaupten, dass die Geschichte des Ukrainertums erst im 17. Jahrhundert beginnt, als der Moskauer Staat zum ersten Mal auf politischer Ebene mit den Kleinrussen in Kontakt kam, indem er ein Bündnis mit den Saporoschjer Kosaken unter Bogdan Chmelnizki schmiedete.
Die Geschichte der Spaltung des einheitlichen russischen Raums muss wohl im 12. Jahrhundert beginnen, als Fürst Andrej Bogoljubski – über den in Russland kürzlich eine recht sehenswerte Fernsehserie ausgestrahlt wurde – die politischen Beziehungen zu Kiew abbrach und beschloss, im Nordosten der Rus’ einen eigenen Staat aufzubauen; unter den damaligen Umständen hätte man ihn als Separatisten bezeichnen können, obwohl der Prozess der Abspaltung der Regionen zu jenem Zeitpunkt eine logische Entwicklung war.




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